Freitag, 11. Januar 2013

Ein Paradies auf Erden


Parlament in Wellington
Nachdem nun beim Datum eine 2013 geschrieben werden muss, wünsche ich Euch allen nochmals ein gesundes neues Jahr und berichte mal wieder, wie ich so reingerutscht bin und was mir die letzte Zeit so passiert ist. Nachdem wir die Weihnachtszeit mit ein paar Tagen Ruhe und weiterer Arbeit allein im Haus der letzten Gastfamilie verbrachten, sammelten wir so weitere Kräfte, um wieder weiter zu reisen. Übrigends war unser Abendessen zum Heiligabend selbstgemachte Burger, was mal eine nette Abwechslung zum Traditionsessen war. Am letzten Tag des Jahres 2012 machten wir uns also wieder auf, um wieder einmal nach Wellington zu fahren. 
Botanischer Garten in Wellington








Vorher schafften wir noch die Katze der Gastfamilie zum Katzenheim und dann ging es via Auto, Bus und Zug in die Hauptstadt. Dort wollten wir ein total tolles Silvester erleben, da man ja eigentlich denkt, "Hauptstadt ... da muss Party gehen". Pustekuchen!!! Es gab weder eine ordentliche Party, Countdown oder ein Feuerwerk. Das Feuerwerk wurde im letzten Moment wegen zu starken Windes wegen "windy Wellington" abgesagt. Wegen des fehlenden Countdowns fingen die Leute am Hafen dann um Mitternacht an, in unterschiedlichen Zeitabständen "Happy New Year" zu schreien. Somit war das leider echt ein Flop, was wir so nicht erwartet hatten. Die nächsten zwei Tage, bis wir dann endlich mit der Fähre weiterfuhren, verbrachten wir nochmals mit Sightseeing und einen Nachmittag zocken. Zocken??? 
Zocken nach old school-Manier
Genau, im Te Papa, dem großen Museum gab es zu der Zeit eine Ausstellung über Video- und Computerspiele und deren Entwicklung in den letzten 30 Jahren. Dabei konnte man verschiedene Spiele aus der Zeit spielen, wie Super Mario, Pac Man, Metal Gear Solid und so weiter und das teilweise auch noch mit uralten Spielekisten. Das war schon ein bisschen nerdig, aber da wir schon vorher alles Wichtige gesehen hatten, wie auch noch den Botanischen Garten oder das Parlament, schlugen wir so die Zeit gut tot.

Ausblick von der Fähre


Am Abend ging es dann endlich 20:45 Uhr mit der Fähre von Welllington (Nordinsel) mit knapp 3,5 h Fahrt nach Picton (Südinsel). Leider war es sehr nebelig und sehr stürmisch, sodass wir nicht so viel des Panoramas genießen konnten. Trotzdem war es mal wieder toll mit einer Fähre zu fahren. Nachdem wir dann in Picton gelandet waren, wurden wir mit dem Shuttle zu unserem Hostel gefahren, wo wir noch eine "nette" Bekanntschaft machen sollten. Max und ich kamen ja ein Uhr nachts an und versuchten uns so leise, wie möglich zu verhalten. Auch war kein richtiger Platz mehr für unsere Sachen, weswegen wir unsere riesigen Rucksäcke ein wenig in den Weg legen mussten, aber man immerhin noch durchlaufen konnte, eben typisch Hostel. Aber da gab es eine Person im Raum, der das nicht so richtig passte und uns auf englisch anschnauzte, warum wir erst so spät hier ankommen und, dass er nicht mehr durchlaufen kann. Eben so jemand, der sich gerne über alles und jeden aufregt, selbst wenn es eigentlich nichts gibt, wie in dem Fall. Nach dieser netten Überraschung ging es dann schlafen. Am nächsten Tag mussten wir noch ein paar Stunden auf den Bus warten, mit dem wir dann mit einer Stunde Verspätung in Nelson mit ca. 2h Busfahrt ankamen. Dort wurden wir dann vom Hostelbesitzer abgeholt, der einen netten Eindruck machte und ein wenig grinste, als ob er gerade gekifft habe. Vom Hostel aus ging es dann nochmal in die Stadt, bisschen Verpflegung kaufen und danach nochmal mit dem Fahrrad an den Strand, wo sich uns ein unglaublicher Sonnenuntergang bot. 

Sonnenuntergang in Nelson
Am nächsten Tag machten wir uns dann auf, endlich mal unsere Haare nach drei Monaten schneiden zu lassen, was auch so langsam bitter nötig war. Und das Ergebnis war auch echt zufriedenstellend. Anschließend ging es auf einen kleinen Walk, der uns an den richtigen Mittelpunkt von Neuseeland führte, nachdem sich Wellington durch die Hobbitpremiere schon als "middle of middle earth" bezeichnet hatte. Da es auf einem Hügel lag, hatte man von hier aus mal wieder eine traumhafte Aussicht auf die Stadt Nelson, das Meer und den dahinter liegenden Abel Tasman Nationalpark, in den es dann den nächsten Tag ging.
The real middle of middle earth
Denn für diesen Tag hatten wir den Transport zum Nationalpark und zurück gebucht. Wir wurden dafür früh sieben Uhr morgens vom Shuttlebus abgeholt und zur Station der Schnellboote geschafft. Von dort aus ging es auf dem Schnellboot, aber noch auf dem Anhänger liegend mit dem Traktor ans Meer. Was wir vom Schnellboot aus an Landschaften sahen, war einfach mal wieder unbeschreiblich. Wunderschöne goldene Sandstrände umgeben von hügeligen Regenwald. An unserem Strand angekommen, ging es durch das Wasser und an den Strand, wo wir nochmal eine kurze Rast einnahmen. Dann ging der Walk so richtig los. Er führte uns die ganze Zeit, wir liefen zwei Tagentouren (22km) in sechs Stunden, an der Küste entlang und durch Regenwald. Ab und an konnte man immer wieder einen Blick auf die Sandstrände erhaschen. Nach eben sechs Stunden kamen wir am Zielstrand an. Da wir noch ein wenig Zeit hatten bis der Bus wieder fuhr, nutzten wir die Gelegenheit für ein Abkühlung an einem der kleineren verlassenen Strände. Trotz dessen, dass der Coast Track eigentlich nicht sehr anstrengend war, waren wir abends dann doch recht geschafft und genossen den Abend in Ruhe im Hostel. 

Cleopatras Pool im Abel Tasman
Vom Schnellboot aus, einer der Strände des Abel Tasman
Abel Tasman - ein Paradies






Am Montag war dann auch schon wieder nach vier Nächten auschecken angesagt und wir wurden von unserer neuen Gastmutter Cindy und deren sehr kleiner Söhne Baxter und Logan abgeholt. Hier sind wir nun seit fünf Tagen und haben wir so einiges an Arbeit erledigt, um unsere Unterkunft und das Essen zu verdienen. Dabei handelte es sich diesmal darum einen Platz im Garten zu schneiden, mit Kettensäge und anderen Werkzeugen, weil hier ein Cottage für spätere HelpX-Personen, entstehen soll. Aber wir sahen seit dem natürlich nicht nur Arbeit, sondern auch wieder einige andere Dinge. Beispielsweise waren wir an einem Felsstrand, der nicht touristisch besucht ist und somit viel ruhiger war, als der Strand im Stadtinneren. Wir liefen einen kleineren Track durch einen regionalen Park und gestern wollten wir surfen gehen. Grundsätzlich waren wir auch surfen, leider machten uns die Wellen einen Strich durch die Rechnung. Denn da diese sehr klein waren, kam kein wirkliches Surfgefühl auf, weshalb wir natürlich hoffen, dass wir das nochmals machen, aber dann mehr Glück mit dem Wasser haben. 

Ausblick von unserer Gastfamilie 
Zumindest mussten wir keine Surfbretter ausleihen, weil unsere Gastmutter mehrere besitzt, da sie selbst leidenschaftliche Wellen-Surferin und Kite-Surferin ist. Nachdem wir in der letzten Gastfamilie auch die Erfahrung machten, selbst Sushi und Bratwürste, wohlgemerkt an unterschiedlichen Tagen, herzustellen, machten wir gestern unser eigenes Eis. Das schmeckte besonders gut, und ließ sich vor allem leicht zubereiten. Das dann noch bei einem unglaublichen Ausblick auf das Meer und den Nationalpark zu essen, machte umso mehr Spaß. 

regionaler Track über Hügel und Regenwald
Heute waren wir dann einen weiteren traumhaften Track laufen, der sowohl über felsige Hügel mit Schafen, Ziegen und Rindern führte, als auch durch Regenwald oder wie die Neuseeländer zu sagen pflegen "bush". Vom Gipfel der Berge aus hatten wir wieder unglaubliche Aussicht, weshalb sich der recht schwierige Aufstieg lohnte. Nach 3 Stunden waren wir auf der anderen Seite wieder angekommen und ließen das Ende mit einem Sandwich am Strand ausklingen, in meinem Fall kiwitypisch mit  "Erdnussbuttersandwich".


Jetzt schauen wir mal, was die nächsten Tage noch so bringen werden. Hier in Nelson wollen wir noch knapp eine Woche bleiben und uns dann in Richtung Christchurch begeben, um mal wieder eine neue Gegend zu erkunden.

                                                                Viele Grüße an Euch alle :)

froh, dass beim Frisör alles gut ging^^



Sonntag, 23. Dezember 2012

"Silent Night ... Holy Night"

Ich melde mich nun mal wieder aus Martinborough, wo wir jetzt schon seit einiger Zeit sind. Nur haben wir vor zwei Wochen unsere Gastfamilie gewechselt und arbeiten nun auf einem Weingut. Durch den Familienwechsel hat sich bei uns mal wieder einiges geändert. Die aktuelle Familie, die Kiwis sind, unternehmen mit uns sehr viel, was wieder mal riesen Spaß macht. Auch das Essen hat sich mal wieder grundlegend geändert. Die letzte Familie, die aus den USA waren, gaben uns unter anderem regelmäßig zum Lunch eine Chipstüte und Sandwich. Jetzt gibt endlich wieder Salat und allerlei anderes gesundes Essen, aber auch das Fleisch kommt nicht zu kurz. Wo soll ich bloß anfangen, was wir alles wieder erlebt haben ... wohl am besten am Anfang.
das Weingut
An einem Freitag kamen wir hier an, wo uns Katherine, die Gastmutter, erstmal zeigte, was unsere Hauptaufgabe die nächste Zeit sein würde. Diese beschränkt sich darauf, dafür zu sorgen, dass der Wein ordentlich wächst. Dafür müssen Drähte in bestimmten Höhen eingehakt werden und diese dann zusammen geklippt werden. 
Klingt nicht sonderlich spannend, ist es auch nicht. Immerhin vergeht die Zeit ganz gut und die Arbeit ist auch nicht schwer. Die zweite Hälfte des ersten Tages hatten wir Glück. Denn es stand Flaschenabfüllung für fertigen Wein an. Das hieß als erstes, in die Weinerei zu fahren und den Wein in ein Fass abzufüllen. Das hatten wir natürlich auch das Glück aus einem Fass zu probieren und einiges über die Herstellung zu erfahren. Von dort aus ging es dann in den Flaschenabfüllung, wo wir dem Prozess der Abfüllung folgen konnten.
Weintesten in der Weinerei
Wie schon erwähnt, war die Arbeit nicht sonderlich spannend, jedoch versuchte die Familie uns viel durch Aktivitäten zurückzugeben. Am ersten Wochenende erkundeten wir dann beispielsweise die Caves eines Freundes, also keine typischen Touristenhöhlen. Das bescherte uns wieder jede Menge Glühwürmchen, die leuchteten und nasse Füße.
Caves erkundet und ein Ei gefunden

Da wir auch Wochenende arbeiteten, gab es dann am Montag mal frei, wo wir gemeinsam mit der Familie auf einem Fluss mit 5 Kayaks unterwegs war. Der Fluss war bis auf eine Stelle zwar recht still, aber diese eine hatte es echt in sich. Ich nutzte auch gleich die Gelegenheit, um die Kurve mit Strömungsschnelle richtig mit Geschwindigkeit zu nehmen. Die Strömung war dann aber doch zu stark, sodass ich nicht um die Kurve herumkam, sondern geradewegs in Bäumen landete und ich aus dem Kayak fiel. Das machte einen riesen Spaß, Teil des Flusses neben dem Kayak zu schwimmen, um dann an einer flachen Stelle wieder rein zuspringen.
Neben den Aktivitäten, die wir so in letzter Zeiten machten, nutzten Max und ich täglich das Trampolin mit dem Pool, das nach der Arbeit im Weingut jedesmal eine willkommene Abkühlung ist. Besonders an extrem sonnigen und heißen Tagen.
willkommene tägliche Abkühlung


Ansonsten übten wir auch noch mit dem Luftgewehr, was Erinnerungen aus der Bundeswehrzeit hervorrief. Auch Tennis spielen wir seit den letzten zwei Wochen regelmäßig, da sich die Familie ihren eigenen Tennisplatz angelegt hat. Wie ihr seht, haben wir hier wirklich genug Unterhaltung. Dazu kommen noch meine Sportübungen, von denen ich schon im letzten Bericht erzählte. 
Da die Familie sehr musikalisch ist, hat uns Jeremy, der Vater, beigebracht einige Akkorde auf der Ukulele zu spielen. Zwar war das für mich als sehr unmusikalische Person recht schwierig, aber "Silent Night" zu spielen, klappt schon ganz gut. Und dann gibt es ab und an mal Abende mit der Familie, wo gemeinsam gesungen und gespielt wird, was viel Spaß macht und zeigt, wie toll wir in das Familienleben integriert werden. 
Wir waren auch mal wieder eine kleinere Strecke wandern. Das war besonders schön, da wir hier durch Regenwald liefen. Am Ende stand doch noch eine Abkühlung im Fluss an, die Max und ich als erstes nutzten und damit dann auch die Familie animierten sich abzukühlen.


im Regenwald unterwegs

meine Übungen im Wohnzimmer
Am Sonntag stand dann Weihnachtsgottesdienst auf dem Programm. Eine Woche zuvor waren wir schon bei einem wesentlich kleineren Gottesdienst, der aber mehr für kleinere Kinder gemacht wurde. Die kleinen Kinder spielten dabei eine sehr kurze Version des Krippenspiels, was recht niedlich war. Am letzten Sonntag gingen wir zunächst auf eine Weihnachtsparade, hier im kleinen Ort. Das war nicht sehr spannend und hatte  auch nicht sehr viel mit Weihnachten zu tun. Es gab zwar einige geschmückte Autos und einen Weihnachtsmann, aber es erinnerte doch mehr an einen Faschingsumzug, der als Promotion dienen soll. Abends ging es dann zum Gottesdienst in einer recht kleinen Kirche. Dabei wurden abwechselnd Texte vorgelesen und Weihnachtslieder gesungen. Das verbreitete dann schon wesentlich mehr Weihnachtsstimmung.

Weihnachtsgottesdienst
Am letzten Donnerstag kam dann der Tag, an dem wir das erste Mal Ukulele vor fremden Leuten spielen sollten. Zuerst sagte uns Katherine, dass wir ja zusammen mit der Familie etwas singen und spielen könnten. Im Laufe der Woche wurde daraus dann, dass wir ja zu zweit etwas auf der Ukulele spielen könnten. Am Donnerstag schließlich, waren wir die einzigen der Familie die an dem Abend spielten. Das war ein Treff verschiedener Leute, Jung und Alt, aus der Stadt, die alle ihre Lieder, diesmal Weihnachtslieder, vortragen konnten. So war es ein richtig schöner musikalischer Abend an dem dann auch unser Ukulelespiel gut klappte und wir den Applaus freudestrahlend mitnahmen. Jeremy gab uns den Namen "The Wurst" als Anspielung, dass wir Deutsche sind, die gerne Würste essen :D Und Katherine nannte uns den Hit des Abends. Wir spielten und sangen zwei Songs. Einmal "Silent Night" und "Alle Jahre wieder". Da das für mich im Vergleich zu Max das erste Mal war, dass ich vor Publikum singen und spielen musste, war ich doch etwas aufgeregt, aber letztlich lief es dann echt gut dafür, dass wir erst seit vier Tagen Ukulele spielten.

Max und ich beim Musikabend in Martinborough
Freitag stand mal wieder eine Fahrt nach Wellington an und die hatte auch mal wieder was mit "The Hobbit" zu tun. Denn wir hatten Tickets für das Embassy Theatre in Wellington gebucht, das quasi das Kino ist, indem auch die Weltpremiere von "The Hobbit" war. Ihr könnt Euch sicherlich noch an das Bild mit dem riesigen Gandalf vor dem Gebäude erinnern, das ist das Embassy Theatre. Wir schauten natürlich in 48 Frames und 3-D und waren vom Film begeistert. Der Sound im Kino war überwältigend und war das beste Kino, was ich bisher besucht habe. Wunderschönes altes Gebäude, das toll hergerichtet war. Vor dem Kino besuchten wir auch noch die Weta Caves, das eine kleinere Ausstellung zu den Animationen von Filmen, wie "Lord of the Rings" oder "King Kong" ist. Da waren unter anderem riesige Figuren aus "Herr der Ringe" ausgestellt, wie ein furchteinflößender Uruk-hai oder ein ängstlicher Gollum. Danach ging es dann noch die Mutter unserer Gastmutter besuchen, die eine sehr nette alte Frau war und uns gleich jede Menge Süßigkeiten schenkte. Samstag hieß es dann Weihnachtsessen mit einigen Leuten, wo wir auch das erste Mal in den Geschmack von Truthahn kamen. Der Nachmittag endete dann mal wieder mit einer Musiksession, in der Gitarre, Bass, Ukulele und Piano gespielt wurde und dazu auch noch gesungen wurde. Mit den Erfahrungen Sushi und Würste selbst zu machen endete dann auch diese Woche so langsam wieder.
2 Ukuleles für ein Halleluja
Am Heiligabend, als ich dann wie jeden Tag, 07:15 Uhr aufstand, zeigte mir Jeremy außerhalb des Hauses erstmal den Hasen, den er gerade im Pyjama erlegt hatte und zerlegte ihn gerade. Dann machte ich mir meine Schüssel Porridge mit Banane, Apfel und Zimt und genoss das Frühstück. Kurz darauf beschenkten wir uns dann alle gegenseitig und die Familie schenkte Max und mir jeden eine Ukulele, über die wir uns beide riesig freuten. Jetzt können wir auf unserer Weiterreise immer Musik machen, wann wir wollen. Die Familie ist dann heute in den Urlaub gefahren, sodass wir noch für einige Tage auf das Haus aufpassen werden. Zum Christmasday sind dann bei einer anderen Familie zum Mittagessen eingeladen, die wir schon mal letzte Woche besucht hatten. Wir werden das Jahr jetzt noch ein bisschen arbeitend und ansonsten in Ruhe ausklingen lassen, bevor es dann Sylvester nach Wellington geht und zwei Tage später dann per Fähre auf die Südinsel.

Ich wünsche Euch allen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr und freue mich, wenn wir uns dann nächstes Jahr wiedersehen. Mögen all Eure Wünsche und Träume im nächsten Jahr in Erfüllung gehen!

Viele Grüße aus dem sommerlichen Neuseeland :)


Samstag, 1. Dezember 2012

Die Suche nach Hobbits ist vorbei

Es sind mal wieder ein paar Tage vergangen, seitdem ich meinen letzten Post hinterlassen habe. In dieser Zeit haben wir wieder einmal jede Menge neue Eindrücke gewonnen. Nach dem letzten Hostel in der Nähe des Nationalparks ging es für uns straight nach Wellington, was mal wieder eine längere Buszeit bedeutete. Dort lernten wir im Hostel Joanna, eine Polin kennen, die zwar etwas hyperaktiv war, aber total freundlich uns alles wichtige für Wellington erklärte. So folgten wir ihren Ratschlägen und gingen den nächsten Tag auf den Mt. Victoria, von dem man eine tolle Übersicht auf die Stadt hat. Das bedeutete mal wieder eine kleine Wanderung, die aber jederzeit tolle Natur und Bilder für uns offenbarte. Oben angekommen, konnte man in alle Richtungen der Stadt schauen, vergleichend mit dem Mt. Eden in Auckland.
Mt. Victoria Lookout
Und wir hatten vor allem in den zwei Tagen viel Glück mit dem Wetter. Denn Wellington ist eigentlich als sehr windige Stadt bekannt. In unserer Zeit gab es Sonnenschein und kaum Wind. Nachmittags gingen wir dann in das Te Papa, das das größte Museum in Wellington ist und dennoch kostenlos ist. Dort konnte man alles über die Historie der Einwanderer vor ca. 150 Jahren erfahren oder über die Maori-Kultur Neues lernen oder auch eine aktuelle Kunstausstellung bestaunen. Mt. Victoria und Te Papa sind auf alle Fälle zwei Dinge, die jeder machen sollte, der einmal in Wellington ist.
Wellington
Schafschur
Danach ging es noch ein bisschen durch die Stadt und dann wieder zum Hostel, um von dort aus nochmal in eine Bar zu gehen und ein kostenloses Bier abzustauben. Als wir wieder zurückkamen, ging es nochmal mit Chee und Joanna auf ein Couchsurfing-Treffen und damit wurde dann auch der Abend ausgeklungen. Am nächsten Tag genossen wir noch ein wenig den Hafen und machten uns auf in Richtung Zugstation, um unsere nächste Station, Gastfamilie in Martinborough, zu erreichen. Martinborough ist in Neuseeland besonders bekannt für seine guten Weingüter. Das Zugnetz in Neuseeland ist zwar nicht wirklich gut ausgebaut, aber die Strecke, die wir fuhren, enthielt wunderschöne Natur mit Hügeln und Regenwald.
Schafe fangen
An der Zugstation angekommen, empfing uns schon die neue Gastfamilie, bei der wir für die nächsten zwei Wochen arbeiten und leben sollten. Die Gastfamilie besitzt eine riesige Farm mit einigen Tieren, wie Schweinen, Schafen, Kühen und Hühnern besitzen. Die ersten Tage wohnte hier auch noch ein junges Paar aus Schweden, Mikael und Annika mit denen wir zusammenarbeiteten und auch sonst viel Zeit verbrachten.
Unsere Werkzeuge
Die Arbeit ging los mit Scheune ausmisten, über Pfad zu einem Fluss bauen, sowie beim Schafe einfangen helfen. Die Schafe mussten wir einfangen, da sie an unserem ersten Wochenende hier geschurt werden sollten. Das konnten wir dann gleich am nächsten Tag beobachten und auch hier mithelfen. Das machte echt riesen Spaß, die Schafe zu schnappen und zum Schurer zu bringen. Max hatte sogar die Möglichkeit eines selbst zu schuren und wurde dabei gleich als "Natural" bezeichnet.
Weingut

Am nächsten Tag nach getaner Arbeit ging es mit Annika und Mikael zur Weinverkostung. Die Landschaft mit den ganzen Weinbergen und Gütern, sowie dem schönen Wetter motivierte zum wandern. Beim ersten Weingut angekommen, konnten wir für fünf NZD vier verschiedene Weine testen, die teilweise pro Flasche über 40 NZD kosten. Die Weine schmeckten teilweise richtig gut und es war interessant zu hören, was es sonst so über Wein zu wissen gibt. Danach ging es dann gleich weiter zum nächsten Weingut, bei dem weitere Weine probiert wurden. Anschließend ging es wieder Richtung Haus der Gastfamilie, um das Dinner nicht zu verpassen.

Am nächsten Tag stand nach der Arbeit Cape Palliser auf dem Programm. Das ist das südliche Kap der Nordinsel, an dem es wieder einen Leuchtturm zu bewundern gab. Der Weg dorthin ging über einige Kilometer und dabei am Meer entlang. Wäre es nicht ganz so wolkig gewesen, hätte man sogar die Berge der Südinsel sehen können. Am ersten Zielort angekommen, konnten wir mehrere Robben beobachten, die sich auf den Felsen am Ufer ausruhten. Das war richtig genial zu sehen, wie die sich nicht aus der Ruhe bringen ließen. Nur wenn man zu nahe kam, dann wurde von den Tieren ein ordentliches Geräusch ausgestoßen, was wohl bedeutete, nicht näher zu kommen. Mikael, der ebenfalls wie ich fotoverrückt ist, konnte auch nicht genug davon bekommen, Bilder von den Robben schießen. Das war einfach ein tolles Erlebnis, diese mal in der freien Wildbahn und nicht im Zoo zu bestaunen. Die nächste Station hieß dann endgültig Cape Palliser mit dem Leuchtturm, der sich auf einem Hügel befand und durch einige Treppenstufen erklommen werden musste.
eine neugierige Robbe

faule Robben ;)

Cape Palliser mit Ausblick vom Leuchtturm
Nachdem die Aussicht ausführlich genossen wurde und Max und ich noch einige Felsen hinauf kletterten, ging es wieder zurück. Am nächsten Tag war dann das erste Mal Kino in Neuseeland angesagt, natürlich 007 Skyfall. Das Kino war zwar nicht sonderlich groß, dafür aber mal eine andere Art, das eine Mischung aus Café und Kino war.

Montagabend stand dann schwedisches 3-Gänge Weihnachtsessen auf dem Plan, das Annika und Mikael zauberten. Dabei durfte natürlich typisch schwedische Musik und auch eine Powerpoint-Präsi über das Land nicht fehlen. Am nächsten Tag waren dann Max und ich dran, ein deutsches 3-Gänge Menü zu kochen. Trotz dessen, dass wir es erst einen Tag zuvor erfuhren, dass wir das machen sollen und von den Zutaten her improvisieren mussten, lief das eigentlich ganz gut. Da wir natürlich mindestens genauso gut, wie die Schweden sein wollten, gab es auch bei uns eine Auswahl deutscher Musik, sowie eine Powerpoint-Präsi. Und bei uns mit wesentlich mehr Folien, als bei Annika und Mikael ;)


ein netter Nazghul :D

Mittwoch kam dann der Tag, dem wir lange entgegen gefiebert hatten. Die Weltpremiere von "The Hobbit - an unexpected journey" stand in Wellington an. Glücklicherweise hatten wir schon vor knapp zwei Wochen das Hostel gebucht und fuhren dann mit dem Zug an dem Tag nach Wellington. Dort erwartete uns schon der lange Rote Teppich, der über 500m lang war, sowie diverse Schmückungen, wie Poster, Plakate und Figuren. Wir suchten uns einen ordentlich Platz, von dem man einen guten Ausblick hatte und dann mussten wir noch einige Zeit warten, bis es endlich losging. In der Zeit füllte sich die Straße, auf der der rote Teppich lag, immer mehr und mehr. 

Auf der Straße konnte man allerlei verkleidete Fans bestaunen, die entweder als Elben, Hobbits, Gandalf, Aragorn, Boromir oder auch als Nazghul verkleidet durch die Straßen liefen. Somit war die Suche nach Hobbits endlich vorbei. Es war schon unglaublich zu sehen, was in dem Teil der Stadt wegen der Filmpremiere los war.
Die Bühne mit fast allen Stars


Die Bühne als Hobbitbehausung war direkt vor dem Embassy Theatre aufgebaut, bei dem eine riesige Gandalffigur stand. Dann ging es auch so langsam los. Zunächst spielte Neil Finn, der den Soundtrack schrieb, mit seiner Band einige Lieder, wie beispielsweise "Misty Mountains". Wer das Buch kennt, wird das Lied als Zwergensong wiedererkennen. Da kam das erste Mal Gänsehautstimmung auf, als dieser gespielt wurde.  Kurz darauf kamen dann auch die Celebritys am roten Teppich an, was auf einer riesigen Leinwand ebenfalls übertragen wurde. Wenn auch die Interviews sehr schlecht waren und wenig Inhalt hatten, da es meistens nur um die neue Technik ging und das Wort "extraordinary" andauernd fiel, war es doch interessant die ganzen Stars mal zu sehen. Und um mich herum versammelten sich anscheinend alle hyperaktiven Leute. Da wurde geschubst, getreten und gedrängelt, um bessere Sicht zu bekommen. Nachdem alle Stars über den Teppich gelaufen waren und die offiziellen Reden gehalten wurden, durften dann die Stars und einige Ausgewählte den Film im Embassy Theatre schauen. Für Max und mich, sowie viele andere Tausende müssen noch bis frühestens 13.12.2012 warten. Nach noch ein wenig Herumschauen in der Stadt, ging es dann wieder ins Hostel. Am nächsten Tag gingen wir noch ins Museum of City and Sails und von dort aus mit dem Zug nach Martinborough zurück.
Wellington Skyline von der Seite
Hier angekommen, hieß es dann noch einige Tage weiterarbeiten, bis es dann am nächsten Freitag den nächsten Gastfamilienwechsel gibt. Dann geht es ab auf ein Weingut ;) Bis dahin viele Grüße und einen schönen 1. Advent nach Deutschland!!!!

Feierabendbier auf der Terrasse genießen
PS: Wer auch auf längeren Reisen weilt und aber trotzdem nicht auf Sportübungen verzichten will, um fit zu bleiben, dem lege ich von Mark Lauren "Fit ohne Geräte" ans Herz. Ich halte mich damit seit den zwei Monaten hier in Neuseeland fit und finde die Übungen wesentlich effizienter als Fitnessstudio, da man nur mit dem eigenen Körpergewicht trainiert. Besonders wenn man vor wunderschönen Landschaften trainiert, ist das eine tolle Motivation. Zwar musste ich mir zwar auch schon ab und an Schmunzeln von verschiedenen Gasteltern anschauen, weil ich da gerade mal wieder unter dem Tisch lag und "Umgekehrtes Bankdrücken" gemacht habe :D Aber es fetzt und den Schweden Mikael hatte ich auch überzeugt und paar mal mit ihm zusammen trainiert.

Sonntag, 18. November 2012

Blizzard und jede Menge Rafting

Die letzten neun Tage standen ganz im Zeichen von reisen von Hostel zu Hostel, da wir uns die Tage von Gastfamilien freihielten, um einige Dinge zu erleben. Zunächst ging es den Sonntag vor einer Woche los von Kerikeri in Richtung Rotorua, welches für seine heißen Quellen bekannt ist. Dort kamen wir dann nach knapp neun Stunden Busfahrt an, checkten im Hostel ein und ließen den Tag in einem Hot Pool ausklingen.  In einem Hot Pool lernten wir dann auch wieder einige interessante Leute kennen, wie eine Sibiererin und einen Neuseeländer, der ein eigenes Pub in der Stadt besaß, wozu er uns auch gleich einlud. Den nächsten Tag begannen wir mit einer Tour durch das Vulkanland, das außerhalb der Stadt liegt. Dort sahen wir einen Geysir, der mit Hilfe von einer Art Waschpulver zum Ausbruch gebracht wurde und anschließend Vulkanland. 
Geysir
Vulkanland
Das erinnerte schon stark an einen anderen Planeten, was man dort sah. Überall brodelte es und rauchte. Auch die Natur sah dadurch etwas mitgenommen aus. Anschließend wollten wir das Pub besuchen, zu dem uns der Neuseeländer eingeladen hatte, leider konnten wir es aber nicht finden. 

Am nächsten Tag ging es dann auf die erste größere Trampingerfahrung. Grundsätzlich wäre ein Bus von Rotorua nach Weitamo Caves (unserer nächsten Destination) gefahren, aber wir wollten es einfach ausprobieren. Jedoch erwies es sich doch schwieriger als gedacht, da wir knapp zwei Stunden warten mussten, bis wir endlich jemand fanden, der uns mitnahm. Diesmal wurden wir von einer jungen Kanadierin mitgenommen, die auf Urlaub durch das Land fuhr und uns ein Stückchen Richtung unserer Station mitnahm. Nach zwei weiteren Mitfahrgelegenheiten und knapp sechs Stunden Trampen, kamen wir endlich in Waitomo Caves an und fühlten uns das erste Mal von der Bevölkerung abgeschieden, da es um unser Hostel herum so gut, wie nichts gab, außer einige größere Farmen. Im Hostel lernten wir dann Irländerin kennen. Das kuriose dabei war, dass sie im gleichen Hostel, wie wir in Rotorua schon gewesen ist und an dem Tag den gleichen Weg getrampt ist. Da sie aber im Vergleich zu zwei Jungs, eine einzige Frau war, musste sie nur knapp zehn Minuten warten, um eine Mitfahrgelegenheit von Rotorua zu finden. Ja für uns zwei zu Trampen ist schon ein bisschen schwerer und war auch in diesen Tagen mit einigem Risiko verbunden, da Hostel und Aktivitäten an den Orten schon gebucht waren und wir somit ankommen mussten. 

Nach einer Nacht im Hostel im Nirgendwo stand am nächsten Tag Cave Rafting auf dem Plan. Das ist eine Art Hiking mit Wetsuit unter der Erde durch Höhlen. 
Schwimmen durch Höhlen
Das war eine interessante und lustige Erfahrung durch Wasser unter der Erde zu schwimmen und zu springen, Glühwürmen an der Decke zu sehen und eine Rutsche herunterzufahren, bei der man nichts so richtig sah. 


Danach waren wir dann aber auch so durchgefroren, dass wir eine heiße Dusche brauchten und eine heiße Schokolade und dann ging es wieder auf zum Trampen. 
Cave Rafting mit Rutsche
Und diesmal war auch ein glücklicherer Tag für uns, da wir nach knapp zehn Minuten den ersten fanden, der uns mitnahm. Auf dem Weg trafen wir wieder einige interessante Leute, wie beispielsweise den zweitgrößten Schafhändler in 

Neuseeland, der mit seinem X5 so richtig raste und deshalb auch schon paar mal den Führerschein verloren hatte. Für uns war es gut, so kamen wir frühzeitig in der nächsten Stadt an. Gegen späten Nachmittag kamen wir dann auch endlich in Turangi an, wo für den nächsten Tag Whitewater Rafting bevorstand. 

having fun :)

Wasserfallsprung

Auch das war mal wieder eine Klasse Erfahrung, wenn auch ein wenig langweilig, da es nicht die höchste Stufe war und somit die Wahrscheinlichkeit, dass man aus dem Boot fiel, sehr gering war.Aber immerhin war ein kleiner Hike durch einen Fluss mit Sprung von einen vier Meter Wasserfall dabei, was schon richtig Spaß machte. Max und ich wollten auch gleich nochmal springen, aber durften leider nicht. Wir fuhren dabei den Tongariro River entlang, durch verschiedene Stromschnellen und genossen die Natur, die herum um den Fluss zu finden war. Nach knapp vier Stunden kamen wir wieder beim Anfangsort an, nahmen wieder mal eine heiße Dusche und danach einen Hotdog zu uns.
Tongariro River
Am Freitag stand dann der erste Great Walk, ein Hike über mehrere Tage durch den Tongariro National Park auf dem Plan. Wir hatten auch schon die Campsites bei den Hütten gebucht. Leider mussten wir die Tage zuvor schon erfahren, dass das Wetter richtig schlecht werden soll. Das bewahrheitete sich auch. Der erste Tagestrack ging nur über knapp neun bis zehn Kilometer und kostete uns knapp drei Stunden, was aber mit unseren großen Rucksäcken mit vier Tagen Proviant, Zelt und Wechselklamotten sich als nicht einfach gestaltete. Als wir dann endlich bei der ersten Hütte ankamen, bauten wir auch gleich unser Zelt auf und erkundeten noch ein wenig die Gegend. Abends gab es in der Hütte noch ein wenig Talk mit den anderen, die hier übernachteten. Nur Max und ich waren die Einzigen, die zelteten, die anderen übernachteten in der Hütte. 
unser Zelt und die Natur

Dann ging es in das kalte Zelt. Den nächsten Morgen mussten wir warten, wegen vermeintlicher Unwetterwarnung, die dann auch kam und wir daraufhin unseren Walk abbrechen mussten. Vier Bayern, die wir schon auf der Hütte kennengelernt hatten, nahmen uns dann glücklicherweise nach knapp zwei Stunden warten im Regen und Sturm mit. Damit hatten wir erstmal die Schnauze ein wenig voll vom wandern, da wir auch nicht viel von der Landschaft aufgrund des schlechten Wetters sahen. 

Das hielt aber nicht lange und schon am nächsten Tag starteten wir mit zwei Berlinern und zwei Mädels das Alpine Crossing. Das ist ein Tagestrack über knapp 19-20 km, der über den Mt. Tongariro (aktiver Vulkan) und diversen Kratern führt. Wir verließen das Hostel 4:30 Uhr in der Frühe, um gutes Wetter mitzunehmen. Doch wieder hatten wir kein Glück, da es stark regnete und kalt war. Die ersten paar Kilometer waren noch in Ordnung und so konnte ich und Daniel, einer der Berliner sogar mit kurzen Hosen bei Schnee wandern. 

Wandern mit Badehose bei Schneesturm
Als dann aber der richtige Blizzard losging, mussten wir dann doch unsere langen Hosen anziehen und die Mädels sogar umkehren, da diese absolut nicht vorbereitet für diesen Track waren. Jetzt ging der schwerste Teil des Anstiegs los. Der Schneesturm wurde immer schlimmer mit Windstärken über 100 km/h gegen die wir ankämpfen mussten. Der Schnee peitschte uns ins Gesicht und anfangs auf die nackten Waden, was zunächst noch wie ein gutes Peeling war, dann aber den Muskel immer mehr zusetzte. Immer wieder kamen extreme Windböen, die uns fast umhauten und wir dann uns teilweise hinlegen mussten, da auch der Pfad ziemlich schmal und steil war. Zu der Zeit war es schwierig gute Laune beizubehalten, obwohl wir dann anfingen "Always look on the bright side of life" sungen und pfiffen, um davon abzulenken, gegen was wir  hier ankämpfen mussten. Eigentlich ist das ein sehr bekannter Track, der sogar überlaufen ist. An diesem Tag waren wir scheinbar die einzigen Verrückten, die sich auf den Berg trauten. 

Hike durch den Blizzard
Den Gipfel erreichten wir dann bei knapp 1900 m, worüber wir dann auch glücklich waren, da es endlich wieder bergab ging. Nach knapp sechs Stunden und keiner Pause, was aufgrund des Sturmes nicht möglich war, kamen wir dann endlich wieder heil auf der anderen Seite, total durchnässt und durchgefroren an und erlebten dabei dann sogar schönes Wetter und hatten damit alle vier Jahreszeiten an einem Tag erlebt. Bobby, der Amerikaner, der uns schon hin zum Berg gefahren hatte, holte uns dann wieder ab und wir chillten den Rest des Tages im Hostel beim Filme schauen. Im Nachhinein war es ein unglaublicher Hike, den man nicht beschreiben kann, da für eine Sekunden wirklich mal der Gedanke aufkam, ob man hier wieder gesund herunterkommt oder man den Berg hinunter geblasen wird. Übrigends erfuhren wir nach unserem Hiking im Hostel, dass der Berg eigentlich gesperrt war, da Eruptionswarnung für den Vulkan ausgegeben wurde. 
am Gipfel angekommen

Morgen geht es dann mal wieder weiter Richtung Wellington, wo wir zwei Tage die Stadt erkunden wollen und ab Donnerstag dann wieder eine Gastfamilie haben, für die wir arbeiten können. 
Viele Grüße aus der Nähe des National Parks Tongariro!!!!

Auf der anderen Seite des Mt. Tongariro

Sonntag, 11. November 2012

Endlich Skydive ... und dann enttäuschend

Und wieder ist eine Woche rum und wir verlassen einen weiteren wunderbaren Ort in Neuseeland. Diesmal hatten wir eine schöne Zeit im Norden der Nordinsel und erlebten auch in den letzten Tagen wieder so viel. Zunächst war es vor einiger Zeit schwer, eine Gastfamilie zu finden. Glücklicherweise fanden wir dann Grant, der uns trotz dessen, dass es aktuell für ihn eine schwierige Zeit ist, bei sich aufnahm. Er ist ein Anwalt, dass man auch daran merkte, wie er mit uns redete. Er sprach ein extrem gutes verständliches Englisch und wenn er uns dann immer erzählte, was wir so machen könnte, dann kamen die Worte „One option is …, and the other option is …“. Er zeigte uns somit immer unterschiedliche Alternativen, die wir machen könnten, was sehr nett von ihm war.

Ursprünglich wollten wir auch noch gar nicht in den Norden fahren, sondern unseren Weg weiter gen Süden gehen. Doch ein Gutschein für Skydive in der Bay of Islands brachte uns zum Umdenken. Montag kamen wir also an und wieder einmal hatten wir einen eigenen Caravan, den wir für uns nutzen konnten. Am nächsten Tag stand dann schon der Skydive auf dem Programm. Grant setzte uns in der kleinen Stadt Kerikeri ab, wo wir noch ein wenig die Stunden überbrückten, um danach zum Flughafen zu trampen. Das erwies sich diesmal aber als nicht so einfach, wie in Raglan. Irgendwann lief dann eine ältere Frau, vielleicht 70 Jahre alt, an uns vorbei und fragte, wo wir denn hin müssten. Wir erzählten ihr dann, dass wir nicht mehr Zeit hätten und zum Flughafen müssten, um unseren Skydive wahrzunehmen. Total freundlich von ihr, bot sie uns an, dass wir, falls wir kein Auto zum trampen finden, bei ihr am Haus vorbeischauen sollen. Das taten wir dann auch, sie ließ uns, obwohl wir Fremde waren hinein und fuhr uns zum Flughafen. Wieder mal eine dieser typischen neuseeländischen Begegnungen mit der Freundlichkeit der Menschen. Beim Flughafen angekommen, mussten wir zwei Dokumente ausfüllen. Das eine war nur für unsere Höhe bestimmt, da wir das höchstmögliche sprangen, nämlich 16.500 ft (ca. 5 km). Auf dem Dokument wurde gewarnt, dass wir „Fuzziness in the head“ davontragen könnten und weitere Dinge.
Skydive
Aber das hielt uns natürlich nicht davon ab. Wir mussten noch ein Stück warten bis wir dann endlich mit dem Flugzeug abheben konnten. In der Zwischenzeit lernten wir ein Schweizer kennen, der in Neuseeland ist um einen 3000 km zu laufen. Dann hob das Flugzeug endlich ab mit uns Dreien und unseren jeweiligen Tandempartnern. Es war eine wunderschöne Aussicht. Irgendwann auf ca. 12.000 ft mussten wir dann Sauerstoffmasken aufsetzen und kurz darauf ging es los. Stefan machte den Anfang und plumpste aus dem Flugzeug, was schon lustig aussah. Danach Max und dann auch endlich ich. Unten angekommen, mussten aber Max und ich feststellen, dass es nicht so spannend ist, wie wir dachten. Es gab keinen Punkt, an dem wir Angst oder dergleichen hatten oder Adrenalin ausgeschüttet hätten. Irgendwie war es total langweilig, also nicht so, wie es oft dargestellt wird.

Den nächsten Tag fingen wir dann an zu arbeiten. Die Arbeit bestand in reiner Gartenarbeit. Ein bisschen Erde schaufeln und Stöcke auflesen. Klingt zwar jetzt nicht viel, aber wenn man den riesigen Garten bedenkt war das eine endlose Arbeit. Abends zeigte uns dann Grant eine Stelle an einem nahen Fluss, wo man gut schwimmen gehen kann und auch die Möglichkeit hat, per Seil herein zu schwingen. Dort angekommen, sahen wir einen tollen grünen Ort mit kleinem Wasserfall und Max und ich gingen mal wieder in schönem kalten Wasser baden. Herrrrrrrrrrrlich J
Per Seil ins in den Fluss - herrliche Abkühlung
Am Donnerstag stand dann die Cape Reinga Tour, als die Tour an den nördlichsten Punkt Neuseelands, auf dem Plan. Das erinnerte ein wenig an die Busfahrten mit der Schule, da fast nur Leute in unserem Alter im Bus saßen und davon mal wieder der Großteil Deutsche. Zunächst fuhren wir zu den  Kauri-Bäumen, die besonders bekannt sind.
Kauri-Baum
Das sind riesige Bäume, die bis zu 4000 Jahre alt werden können. Der Pfad dahin führte uns durch einen wunderschönen Wald. Danach stand 90 Miles Beach auf dem Programm. Über den kann man mit dem Auto fahren, oder eben mit dem Bus, was echt einen tollen Ausblick zur Folge hatten. Jedoch muss man sagen, dass der 90 Miles Beach eigentlich nur 64 Miles lang ist. Am Ende vom Strand fanden wir dann riesige Sanddünen vor, auf denen der nächste Programmpunkt stattfand. Sandsurfen.
Sanddüne mit Sandsurfen - genial
Das machte einen riesigen Spaß mit einen kleinen Board, auf dem man mit dem Bauch lag, den Hang hinunter zu rutschen. Das erinnerte ein wenig an rodeln, nur eben mit Sand. Ein paar Kilometer kamen wir dann auch am Cape Reinga an, das besonders durch seinen kleinen Leuchtturm bekannt ist.

Cape Reinga
Cape Reinga's Leuchtturm
Hier wurde uns eine Aussicht geboten, die man mit Bildern nicht einfangen kann und einfach unbeschreiblich war. Dennoch versuchte ich natürlich irgendwie alles mit der Kamera einzufangen, so gut es mir möglich war. Danach ging es nochmal an einen Strand und vor dort aus wieder zurück.

Freitag arbeiteten Max und ich wieder den ganzen Tag. George, der Sohn von Grant, der sich gerade Halo 4 für die Xbox gekauft hatte, lud uns für den abends ein mit ihm zusammen zu zocken, was wir dann abends auch machten. Also zockten wir mit ihm zwei Stunden online Halo 4, was viel Spaß machte und eine interessante Abwechslung zu all dem Reisen und der Natur war.

Samstag arbeiteten wir nochmals, um restliche Dinge zu erledigen und danach ging es auf eine regionale Ausstellung, was wie eine Art Fest war. Und so kam ich gleich zu meiner ersten Fahrstunde in Neuseeland auf der linken Seite. Grant vertraute mir seinen Zweitwagen an und damit durfte ich dann hin zu zurückfahren. Am Anfang war es schon bisschen komisch, aber letztlich war es dann doch nichts anderes als sonst in Deutschland. Auf der Ausstellung gab es viele Buden mit Essen, Accessoires, Maschinen, etc. Es wurden Tiere ausgestellt und mit diesen irgendwelche Wettbewerbe abgehalten, ebenso Musikwettbewerbe, bei denen unter anderem George mit seiner Band spielte und den dritten Platz holte. Es war richtig interessant zu sehen, was so die Neuseeländer typischerweise machen. Denn Max und ich wollten ja nicht nur den reinen Touristenstoff mitnehmen, sondern auch die Lebensweise erkunden und hier konnte man das echt gut. Auch eine deutsche Fleischerei fanden wir auf dem Markt vor, die Bratwurst mit Sauerkraut und Kartoffelsalat verkaufte. Und trotz dessen, dass es teuer war, liebten es die Leute, da immer wieder Menschen anstanden und kauften. Diesen letzten Tag ließen wir dann wieder mit einem Bad in dem nahegelegenen Fluss ausklingen und packten danach schon wieder unser Zeug zusammen. Es war also wieder eine Woche voller Erlebnisse mit einer neuen tollen Familie. Am Sonntag stand dann noch knapp neun Stunden Busfahrt auf dem Plan, um unseren nächsten Standort, Rotorua mit seinen heißen Quellen, zu erreichen. Bis bald und viele Grüße nach Deutschland!